Wer sich nicht auskennt und blind zuschlägt, riskiert unter Umständen einen Fehlgriff beim Autokauf. Denn nicht immer sind die Mängel so, wie sie der Verkäufer angibt. Außerdem ist nicht jeder Defekt auf den ersten Blick zu sehen.

Doch mit diesen 7 grundlegenden Tipps schaffst Du es, die häufigsten Fehler zu vermeiden. Außerdem lernst du, dir einen guten Eindruck von einem Auto zu machen und abzuwägen, ob sich der Kauf für dich wirklich lohnt.

1. Der richtige Verkäufer

Besondere Vorsicht gilt bei Export-Autohändlern auf Hinterhöfen, in abgelegenen Industriegebieten oder auf nicht einsehbarem Gelände. Nicht alle sind unseriös und können sich einfach mitunter keine besseren Standorte leisten. Aber, wie in jedem Handelszweig, gibt es bei Autohändlern einige schwarze Schafe.

Eine andere Alternative sind größere Autohäuser, die mitunter meist größeren Ketten angehören oder sogar Vertragswerkstätten sind. Hier wird meist großer Wert auf den Service gelegt und oftmals auch an den Kauf anschließende Dienstleistungen angeboten.


Ein Autohaus aber kommt meist dann nicht in Frage, wenn das Budget knapp ist. Viele entscheiden sich daher, bei kleineren Gebrauchtwagenhändlern oder von Privatpersonen zu kaufen. Das ist zwar häufig günstiger, kann aber auch Nachteile mit sich bringen.


Nicht, dass Privatpersonen per se unseriös seien, nein. Mängel können dir natürlich auch die Autohäuser verschweigen. Vor allem, wenn Sie nicht offensichtlich erkennbar sind.

Wir empfehlen: Kommt Dir ein Verkäufer seltsam vor oder hast Du kein gutes Gefühl dabei, dann entscheide Dich dafür, wo anders ein Auto zu kaufen!

2. Achte auf Gebrauchtwagengarantie, „Für Bastler“, „Ersatzteilspender“, „Export“

Suchst Du Dein Auto online in Inseraten, achte auf den Wortlaut in der Anzeige. Im Idealfall gibt der Händler eine Gebrauchtwagengarantie. Diese beträgt mindestens 12 Monate und sichert gegen gewisse Schäden ab.

Der Zusatz „Nur an Bastler“, „Bastlerfahrzeug“, „Für Bastler“ etc. deutet darauf hin, dass keine Garantie besteht.

Achtung bei dem Zusatz „Nur für Export“ oder „Ersatzteilspender“: Diese Fahrzeuge haben in der Regel einen wirtschaftlichen Totalschaden und sind stark reparaturbedürftig oder sind bereits zum Teil ausgeschlachtet.

Wir empfehlen: Die Beschreibung ganz genau lesen, und wissen was du willst (und nicht willst)!

3. Die Besichtigung: Das Auto von außen beurteilen

In jedem Fall solltest Du den Fehler vermeiden, alleine zur Besichtigung zu gehen. Kennst Du Dich selbst nicht so gut mit Autos aus, nimm eine Person mit, die mehr Ahnung hat.

Bereits der erste Eindruck ist wichtig: Wie steht das Auto da? Sieht es gepflegt oder sehr herunter gekommen aus? Jemand, der sein Auto völlig verkommen lässt, legt häufig auch nicht viel Wert auf eine regelmäßige Wartung.

Schaue Dir die Scheinwerfer an, diese dürfen nicht vergilbt oder beschädigt sein. Sehen die Spaltmaße rundherum an Türen, Kotflügel, Motorhaube etc. gleichmäßig aus? Falls nicht, zeugt das von einem Unfall.

Von außen kannst Du auch die Bremsscheiben und -klötze sehen. Haben die Scheiben tiefe Rillen, stimmt etwas nicht und sie müssen erneuert werden. Das Reifenprofil sollte noch gut sein.

Sieh Dir ebenso die Scheiben an, insbesondere die Frontscheibe, und kontrolliere sie auf Risse und Steinschläge.

Wenn es möglich ist, wirf einen Blick unter das Auto und schaue dort nach Undichtigkeiten, Defekten und Rost. Rost ist ebenso häufig in den Radläufen und an den Schwellern zu finden.

Achtung bei getunten Autos: Lasse Dir im Fahrzeugbrief zeigen, ob alles ordnungsgemäß eingetragen ist.

Wir empfehlen: Genau hinschauen und vor dem Autoverkäufer nicht zu schüchtern sein, kritisch zu begutachten!

4. Die Rahmendaten in den Papieren deuten

Vergleiche Kilometerstand und Anzahl der Vorbesitzer laut Aussage des Inserates oder des Verkäufers mit den Angaben vor Ort. Schaue also im Fahrzeug selbst nach dem aktuellen Kilometerstand. Hat das Fahrzeug erst 60.000 km gelaufen, ist aber stark innen und außen verschlissen, stimmt da eventuell etwas nicht.

Hat ein Fahrzeug viele Vorbesitzer, kann das darauf hinweisen, dass viele Fahrer nicht zufrieden waren, weil ständig Reparaturen anstanden oder sich das Auto allgemein als unzuverlässig erwiesen hat. Dann solltest Du den Autokauf noch einmal überdenken.Oder du bist in der Lage, diese Fehler selbstständig auszubessern.

Die perfekte Ausstattung mit einem eigenen Werkzeugwagen

Idealerweise gibt es noch ein Serviceheft. Darin kannst Du zumindest die ersten Jahre, solange das Auto nach Herstellervorschrift gewartet wurde, nachvollziehen.

Wir empfehlen: Sollte dir hier etwas komisch vorkommen, scheue dich nicht davor, das beim Verkäufer anzusprechen. Vielleicht gibt es auch eine einfache, harmlose Erklärung.

5. Der Motorraum verrät Einiges

Vor der Probefahrt solltest Du einen Blick in den Motorraum werfen. Wie sieht der Motorraum oberflächlich aus? Ist er ölig, lass besser die Finger von diesem Auto.

Schraube den Öldeckel ab und schaue ihn an. Ist er schleimig, kann das unter Umständen auf eine defekte Zylinderkopfdichtung hindeuten. Aber Achtung: Auch Kurzstreckenfahrzeuge können einen solchen Schmierfilm aufweisen, ohne dass ein Defekt besteht. Handelt es sich nicht um ein Kurzstreckenfahrzeug, aber der Deckel ist schleimig, solltest Du unbedingt davon absehen, dieses Auto zu kaufen.

Sieh Dir die Füllstände von Kühlwasser und Bremsflüssigkeit an. Diese sollten nicht unter Minimum stehen. Suche zudem nach den Angaben, wann der letzte Ölwechsel durchgeführt und der Zahnriemen zuletzt gewechselt wurde. Findest Du im Motorraum keine Angaben, steht es möglicherweise im Serviceheft.

Ist das Auto schon einige Jahre alt, der Motorraum sieht aber aus wie neu, handelt es sich dabei sehr wahrscheinlich um eine sogenannte Motorwäsche. Dies beseitigt äußerliche Probleme und Verschmutzungen. Dabei trügt aber oft der Schein.

Wir empfehlen: Im Zweifelsfall solltest Du ein anderes Auto kaufen, über das Du mehr in Erfahrung bringst.

6. Das Auto starten und fahren

Ein Auto zu kaufen, ohne es zuvor gestartet und Probe gefahren zu haben, ist nicht empfehlenswert. Daher starte den Wagen, um festzustellen, wie gut er anspringt und wie er sich anhört. Startet er schwer, deutet das auf eine schwache Batterie oder andere Probleme hin. Das ist häufig der Fall, wenn das Auto schon länger steht, kann also auch harmlos sein.

Schaue dann, ob irgendwelche Kontrolllampen im Tacho leuchten und welche Aussage der Verkäufer dazu machen kann. Prüfe alle elektronischen Regelungen im Innenraum auf Funktion, wie die Lüftung auf allen Stufen, Heizung, Klimaanlage, Fensterheber, Spiegelverstellung usw.

Zuletzt wirf, sofern vorhanden, einen Blick in den Ersatzradkasten, ob dort der Wagenheber und das Ersatzrad vorhanden sind.

Bei einer Probefahrt kannst Du feststellen, ob das Auto zu einer Seite zieht und ob das Lenkrad gerade steht. Es sollte nichts im Motorraum klopfen oder rattern. Riecht es durch die Lüftung nach Benzin oder Diesel, ist das kein gutes Zeichen.

Beim Beschleunigen sollte das Auto nicht ruckeln. Die Gänge müssen gut einzulegen sein, eine Automatikschaltung muss sauber durchschalten. Die Kupplung sollte nicht zu spät kommen.

Zuletzt spielt natürlich auch das Fahrgefühl eine Rolle.

Wir empfehlen: Wenn Du Dich in dem Fahrzeug nicht sicher fühlst, solltest Du von diesem Autokauf am besten absehen und Dich für ein anderes Auto entscheiden.

7. Nichts überstürzen!

Bei der ersten Besichtigung schon das Geld mitzunehmen und völlig spontan ein Auto zu kaufen, das sind wirklich blöde Fehler, die insbesondere Laien viel Geld kosten können.

Wir empfehlen: Bewahre Dich selbst vor einem Fehlgriff beim Autokauf und schlafe eine Nacht darüber. Möchtest Du es am nächsten Tag immer noch kaufen, dann nimm es, wenn alles andere stimmt.

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